Paria oder Partner? Koalitionspräferenzen von Bürger:innen und ihre Bereitschaft, unerwünschte Parteien von der Regierungsbildung auszuschließen
Forschungsfrage/Ziel:
Koalitionsregierungen sind in westlichen Demokratien die Regel, dennoch sind die Präferenzen der Wähler:innen hinsichtlich unterschiedlicher Koalitionsmodelle bislang nur unzureichend untersucht. Dieses Projekt analysiert die Determinanten von Koalitionspräferenzen und deren Bedeutung für Entscheidungen politischer Eliten, wobei der Schwerpunkt auf dem Ausschluss bestimmter Parteien von der Regierungsbildung liegt. Berücksichtigt werden sowohl ideologische, ämter- und policy-basierte Faktoren als auch die Wahrnehmung von Parteien als Bedrohungen oder Verteidiger der Demokratie. Während in Deutschland Parteien der extremen Rechten systematisch von Regierungskoalitionen ausgeschlossen werden, wurden in Österreich seitens der Mainstream-Parteien wiederholt Koalitionen mit einer radikal rechten Partei gebildet – ein kontrastierender Fall. Spannungen in der Koalitionsbildung beschränken sich jedoch nicht auf radikal rechte Akteure; selbst unter Parteien, die gemeinhin als demokratisch gelten, bestehen weiterhin Konflikte darüber, welche Koalitionskonstellationen als akzeptabel oder legitim gelten.
Eine groß angelegte Bevölkerungsumfrage wird der Analyse der Dynamiken von Koalitionspräferenzen unter Wähler:innen dienen. Die Ergebnisse dieser Umfrage bilden anschließend die Grundlage für eine experimentelle Studie, in der die Bereitschaft der Befragten getestet wird, inhalts- und ämterbezogene sowie strategische Kompromisse einzugehen, um bestimmte Parteien von Regierungsbildungen auszuschließen. Das Projekt vertieft das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Koalitionspräferenzen, Wahlverhalten und Entscheidungen politischer Eliten in Mehrparteiensystemen.
Publikationen
Zeitschriftenartikel
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(2025): The Influence of Age on Citizens’ Preferences for Age‐Related Descriptive Representation. Politics and Governance, 13, Article no. 9251, 1-18. More