Organisatorische Strukturen und die Ermöglichung argumentativen Handelns in internationalen Verhandlungssystemen

Projektleiter/innen Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Beate Kohler-Koch Mitarbeiter/innen Dr. Thomas Conzelmann, Christoph Humrich DFG-gefördert 2001 – 2003

Forschungsfrage/Ziel:

Nachfolgeprojekt von Produktion und Diffusion von Ideen und Internationale Verhandlungen (PRODI).

Aufbauend auf den Erkenntnissen aus der ersten Förderperiode wird in der zweiten Förderperiode der Frage nachgegangen, welche Bedeutung argumentatives Handeln für die Institutionalisierung internationaler Verhandlungssysteme hat und unter welchen institutionellen Bedingungen argumentatives Handeln besondere Aussicht auf Erfolg hat. In der ersten Förderperiode standen als Teilaspekte dieser Institutionalisierung die Stabilisierung von Interaktion sowie die Verfestigung bestimmter Leitideen als Basis der Interaktion im Vordergrund. Nun wird die Ausdeutung von Leitideen und die Durchsetzung bzw. Einhaltung von Normen untersucht, die im Verhandlungssystem erzeugt wurden. Als Beispiel dafür wurde in der ersten Hälfte der zweiten Förderperiode die Institutionalisierung und Rolle der Leitidee "verantwortungsvoller Regierungsführung" (Good Governance) bei der Koordination der Entwicklungspolitik innerhalb der EU und im Politikdialog mit den AKP-Staaten herausgearbeitet. In der zweiten Hälfte der zweiten Förderperiode wird als empirisches Beispiel die International Labour Organization (ILO) herangezogen. Es werden Leitideen in der ILO, die sie produzierenden und kommunizierenden Akteure, sowie die Kommunikationskanäle und -prozesse, die die ILO für unterschiedliche Leitideen bzw. Ausdeutungen von Leitideen öffnen, ermittelt. Es soll geklärt werden, inwieweit die Ausdeutungs-, Durchsetzungs- und Überwachungsmechanismen der ILO durch ihre Form und Handhabung zur Stabilität von Interaktion, der verfestigten Leitideen und der institutionalisierten Normen beitragen. Im Wettbewerb mit den rationalistischen Ansätzen innerhalb der Forschergruppe "Institutionalisierung internationaler Verhandlungssysteme" wird gefragt, inwieweit Unterschiede in den zu Grunde liegenden Leitideen und den relevanten Verhandlungsprozessen für die Varianz bei der Ratifikation von ILO-Konventionen verantwortlich sind.


Publikationen

Monographie

  • Schwegmann, Christoph (2003): Die Jugoslawien-Kontaktgruppe in den internationalen Beziehungen. 66, 220. Baden-Baden, Nomos-Verlagsges. More

Buchkapitel

  • Riedel, Eibe, Dirk Hanschel (Eds.) Humrich, Christoph (2005): The Reflective Institutionalist Approach to International Negotiation and the Case of "Good Governance" within the EU and the EU-ACP Partnership. 55-85. Mannheim, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung. More
  • Riedel, Eibe, Roland Vaubel (Eds.) Beck, Daniel, Thomas Conzelmann (2004): Zwischen Sanktionierung und Dialog. Die Durchsetzung von Good Governance in der Entwicklungspartnerschaft von EU und AKP. 321-352. Frankfurt, Campus. More
  • Riedel, Eibe, Roland Vaubel (Eds.) Conzelmann, Thomas (2004): Hauen und Stechen oder Vertrauen und Sprechen? Interessen und Ideen in internationalen Verhandlungssystemen. 69-89. Frankfurt, Campus. More

Zeitschriftenartikel

  • Conzelmann, Thomas (2003): Auf der Suche nach einem Phänomen: Was bedeutet Good Governance in der europäischen Entwicklungspolitik?. Nord-Süd-aktuell, XVII, 3, 468-477. More

Berichte

  • Conzelmann, Thomas (2002): Tagungspapier: Thematisierende Compliance-Verfahren: Konzeptionelle Überlegungen und die Beispiele des Trade Police Review Mechanism der WTO und des EG-AKP Politikdialogs. Arnoldshain . More