INCOOP - Dynamics of Institutional Cooperation in the European Union

Projektleiter/innen Prof. Dr. Berthold Rittberger Mitarbeiter/innen Dovilė Rimkutė EU (Marie Curie) -gefördert 2010 – 2014

Forschungsfrage/Ziel:

Die Studie untersucht die Rolle der Nutzung von wissenschaftlicher Expertise hinsichtlich der Risiken-Regulierung auf europäischer Ebene. Hierbei stellt sie die Annahme in Frage, dass Regulierungsbehörden der EU als funktionale Problemlöser zu Entscheidungsprozessen in Politikfeldern wie Nahrungsmittelsicherheit, Gesundheitsrisiken oder Arzneimittelsicherheit beitragen. Es wird häufig angenommen, dass die Einbindung von nicht direkt an den Wählerwillen gebundenen Akteuren in EU-Regulierungsprozesse dazu führt, dass die politischen Leitlinien der EU bezüglich der Beurteilung von Risiken auf technischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, die von unabhängigen Experten-Gremien stammen. Jedoch wird ebenfalls häufig vermutet, dass unabhängige Regulierungsbehörden nicht nur als funktionale Problemlöser auftreten, sondern bei der Beratung von EU-Institutionen auch ein strategisches und symbolisches Verhalten an den Tag legen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Studie mit der Frage, wann und unter welchen Bedingungen Regulierungsbehörden unterschiedliche Strategien der Nutzung ihres Expertenwissens anwenden.

Die Studie entwickelt eine theoriegeleitete Erklärung unterschiedlicher Formen der Nutzung durch Expertenwissen, indem sie sowohl die Argumente der Organisations- als auch der Institutionstheorie kombiniert. Um die hieraus ableitbaren Hypothesen zu überprüfen, konzentriert sich die Studie auf eine EU-Regulierungsbehörde – die European Food Safety Authority (EFSA) – und führt eine vergleichende Fallstudie anhand von vier Bereichen der Nahrungsmittelsicherheit durch. Die empirische Analyse basiert auf einer Vielzahl an Datenquellen, einschließlich offiziellen Dokumenten, Pressemitteilungen, wissenschaftlichen Untersuchungen der EFSA sowie semi-strukturierten Interviews mit 31 Experten aus Wissenschaft, Industrie und nationalen Regulierungsbehörden, die in die jeweiligen Prozesse involviert waren.

Vorläufige Ergebnisse lassen vermuten, dass formaler und informaler Druck aus dem Umfeld der Behörde sowie Variation hinsichtlich der internen Kapazität der EFSA unterschiedliche Reaktionen der Behörde in der Nutzung ihres Expertenwissens zur Folge haben.


Publikationen

Präsentationen

  • Rimkutė, Dovilė, Markus Haverland (2013): The role of scientific experts in EU policy-making. [EUSA thirteenth Biennial Conference, Baltimore, MD, 08/05/2013 - 10/05/2013]. More
  • Rimkutė, Dovilė (2013): The EU regulatory policy process: emerging practices of expertise use. [PhD Colloquium, Ludwig Maximilians University, Munich, 07/07/2013 - 07/07/2013]. More
  • Rimkutė, Dovilė (2012): The EU Regulatory Policy-Making Process: Emerging Practices of Expertise Usage. [The Multi-disciplinary Initial Training Networks on Inter-institutional Cooperation in the EU workshop, Brussels, 25/06/2012 - 28/06/2012]. More
  • Rimkutė, Dovilė, Markus Haverland (2012): The European Commission’s Usage of Expertise. Results from a Survey among Expert Group Members. [6th ECPR Pan-European Conference on EU Politics, Tampere, 12/09/2012 - 14/09/2012]. More
  • Rimkutė, Dovilė, Markus Haverland (2012): The Usage of Scientific Knowledge in European Union Legislative Policy-Making. [Annual Meeting of the Dutch and the Flemish Associations of Political Science, Amsterdam, 30/05/2012 - 31/05/2012]. More
  • Mühlböck, Monika (2011): Biased data? Deducing policy preferences from "voting" in the Council of the European Union. [ECPR Joint Sessions of Workshops, St. Gallen, 11/04/2011 - 15/04/2011]. More
  • Mühlböck, Monika (2011): The role of national parties in bicameral EU decision-making. [6th ECPR General Conference, Reykjavik, 24/08/2011 - 26/08/2011]. More